1998 hatte sich in der Amiga Welt selbst nicht wirklich viel Nennenswertes getan. Es gab noch immer keinen neuen Amiga und die Hardware Welt um den Amiga wurde immer kleiner, die absurden Versprechen seitens der Rechtinhaber dafür immer fantastischer. Schlussendlich hatte auch die während und nach Gateway 2000 neu gegründete Amiga Firma, mit Hauptsitz in Deutschland, keine nennenswerten Erfolge zu verbuchen. Die Rechte an der Marke und dessen Produkten wurde ebenso herumgereicht und verkauft, wie auch die Marke Commodore, die schlussendlich nur bei einem Markenverwerter in Fernost landete und fortan Billig-Heimelektronik mit dem Namen Commodore verzierte. So gab es kurze Zeit Mäuse, Tastaturen, Telefone und allerlei anderes Billigzeug, das den Namen Commodore schmückte. Bei Amiga zog man es vor, Amiga Spiele für das Mobiltelefon zu portieren und eine sehr minimalistische Internetseite zu betreiben, auf der kurz und knapp die Geschichte des Amigas aufgezeigt wurde.

Die kleine Amiga Fan Gruppe in Wuppertal machte nun mehr und mehr Erfahrungen im relativ neuen Medium Internet. Jeder, der was auf sich hielt, kaufte sich ein Modem, suchte sich einen Anbieter, wie AOL, T-Online oder dergleichen und ging zum Minutenpreis, nebst Einwahlgebühr und monatlicher Grundgebühr, mit einer sagenhaften Geschwindigkeit, von maximal 56k ins Internet. Neben der Tastatur die Eieruhr stehend (um die Telefonrechnung nicht zu sehr zu strapazieren) entdeckten wir schnell, dass sich dort bereits erste, größere Gruppierungen aus der Amiga Welt zu größeren Gruppierungen sammelten. Die ersten Vorläufer von Foren wurden gegründet, Chat Channel und sogar Tausch- und Verkaufsbörsen machten im kleinen auf sich aufmerksam. Es entstand eine rege und recht große Community. Jetzt sah man erstmals, wie groß die Fangemeinde rund um den Amiga überhaupt noch war. Kilometerlange E-Mails machten die Runde, mit massenhaft Adressen und Infos. Selbst auf den Amigas machte das Internet seinerzeit noch Spaß, denn abgesehen von den bereits lange etablierten Mailbox Services waren die sogenannten IRC Channels die Kommunikationsebene schlechthin.

Wir schöpften neuen Mut und überlegten uns, ob es nun fast 4 Jahre nach der Pleite Commodores und vielen nicht gehaltenen Versprechungen nicht an der Zeit wäre, dafür zu sorgen, dass unsere Amigas so lange wie möglich halten, statt sie im Keller vor sich hin gammeln zu lassen. Mithilfe des neuen Mediums Internet war es nun einfacher geworden, Ersatzteile, Erweiterungen etc. zu finden. Auch wurden erste Anleitungen für Reparaturen und Modifikationen veröffentlicht – Man musste zwar noch mühselig auf FIREBALL, Altavista und Co. suchen, denn Google war noch in den Kinderschuhen und Wikipedia nebst den Wiki Projekten waren noch Zukunftsmusik, aber es taten sich neue Möglichkeiten auf, an den alten „Kisten“ wieder Freude zu haben.

Wir organsierten uns neu, trafen wieder andere Gruppen aus dem Ruhrgebiet und bildeten Selbsthilfegruppen. Die Informationen hierfür teilte man auf teils rein text basierten Homepages, die über sogenannte Freehoster privat und mit ellenlangen Adressen aufrufbar waren.

1998 bezeichnen wir offiziell auch deshalb als Gründungsjahr unseres Projekts, da auch wir 1998 erstmalig mit einer eigenen Homepage an den Start gingen. Viele Infos gab es damals noch nicht zu finden. Es war mehr Spielerei, lustig animierte Gifs einzubetten und qietschbunte Seitenlayouts zu entwerfen. Dennoch trat da unser Projekt öffentlich erstmals in Erscheinung – damals noch nicht als CBM Museum Wuppertal, mit eigener Top-Level Domain, sondern über Freehoster, wie tripod, lycos und Co.!

Stetig wuchs die Nachfrage, nach dem, was wir machten und wir überlegten uns, mithilfe des WWW auch anderen unsere Hilfe anzubieten – denen, die nicht organsiert waren und jenen, die den Amiga einfach nur als reine Nostalgie betrachteten.

Dazu übernahmen wir in den 2000ern erstmals eine echte, eigene Top Level Domain (von-fans-fuer-fans.de), welche wir noch heute besitzen. Sie war seinerzeit eine Fanbasierte Begleitseite, zum Anime Programm des Fernsehsenders RTL-II. Der Name dieser Domain passt jedoch zu so ziemlich jedem Hobbyprojekt, weswegen uns die Übernahme sehr gelegen kam.

So entwickelte sich das Projekt bis heute, in seiner jetzigen Erscheinungsform.

Ende der 2000er machte unser Projekt erstmals ungewollt in die öffentliche Breite auf sich aufmerksam, als ein Projekt, namens Retrobright uns und unseren Entgilbungsprozess vorstellte. Dies ging seinerzeit durch alle namhaften IT Ticker (Heise, Golem etc.).

Wir sind selbst gespannt darauf, wo die Reise noch hingehen wird und wie sich unser Projekt noch entwickelt. Unser Projekt erfreut sich heute einem nicht zu unterschätzenden Bekanntheitsgrad und angesichts der vielen Anfragen, offensichtlich auch einer gewissen Beliebtheit. Wir freuen uns auf hoffentlich noch viele schöne Hobbyjahre, mit dem Projekt CBM Museum Wuppertal.