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Die frühen Anfänge 1994 – 1997

Bereits in den frühen 90zigern hat das Projekt seinen Ursprung. Es gab zwar noch nicht das „CBM Museum Wuppertal“, dennoch existierten hier bereits Gruppierungen – sogenannte User-Groups, aus denen das Projekt einst hervorging.

1994 war für viele Amiga Freunde das Jahr, in dem sprichwörtlich die Welt unterging – die letzten unter Commodore produzierten Amigas erreichten die Händler. Auch das eilig auf den Markt geworfene, neue Konsolensystem Amiga CD32 konnte daran leider nichts mehr ändern – Commodore war Pleite und schaffte es nicht mal mehr seine in Fernost produzierten Konsolen zu bezahlen, sodass diese über Jahre hinweg in irgendwelchen Lagern verschollen blieben.

Für die Amiga Fans stand nun eine ungewisse Zukunft bevor. Wie sich schlussendlich zeigte, wurde Commodore von niemandem übernommen und noch während des Abverkaufs im örtlichen Handel abgewickelt und zerschlagen. Commodore gab es nun nicht mehr – alles, was davon übrig geblieben war, waren enttäuschte Fans, treu ergebene Ex-Angestellte und eine große Aufgabe für die, die Commodores Marke Amiga am Leben erhalten wollten.

Eine kleine User-Group in Wuppertal, die sich beim örtlichen Händler des Vertrauens – dem „Amiga Forum“ Wuppertal, einem autorisierten Commodore Händler, scharrte, war die Basis für das heutige Projekt und verfolgte natürlich ebenfalls angespannt die Situation.

Es zeichnete sich ab, dass auch unter den neuen Rechteinhabern keine nennenswerten Neuerungen mehr zu erwarten waren. Ob Escom oder Gateway 2000, die Übernahme der Amiga Rechte standen nie unter einem guten Stern. Eine Weile konnten Amiga 1200er und 4000er weiter produziert werden.

Das aber reichte nicht aus, um einen wirtschaftlich orientierten Betrieb, wie das Amiga Forum über Wasser zu halten. So kam, was kommen musste – der Geschäftsbetrieb, nebst Mailbox Service musste eingestellt werden.

Nun standen wir, die Amiganer da und waren um unsere Basis beraubt, denn im Amiga Forum traf man sich, tauschte den neuesten Tratsch und Klatsch aus der Szene aus, fachsimpelte über neue Software oder Peripherie. Kaufhäuser, wie damals Hertie und Co., die die Geräte ebenfalls in ihren Elektroabteilungen anboten, waren hierfür keine Alternative und nur wenige von uns waren bereits über BTX/Datex-J, Mailboxen, IRC Channels oder dergleichen mit anderen Gruppen organisiert.

So herrschte eine Zeitlang Stille und die User-Groups dünnten aus.

Eine kleine Gruppe, von knapp 8 Mann traf sich dennoch weiterhin regemäßig und besuchte bundesweit Messen, Ausstellungen etc., um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

1996 kam dann erstmals so etwas wie Hoffnung auf, als auf der CeBit tatsächlich ein greifbarer und vorführbarer Amiga Prototyp zu sehen war – der Amiga Walker. Leider war das Gerät jedoch alles andere als fertig entwickelt. Es fehlte noch einiges, um das Gerät als final und Produktionsfertig anzusehen. Was keiner wirklich ahnte – Escom hatte sich mit der Übernahme und Tochtergründung betreffend des Amigas übernommen, der „Walker“ konnte gar nicht mehr fertig entwickelt werden, denn Escom hatte gar nicht mehr die nötigen, finanziellen Mittel dafür. Im Grunde stand der Walker nur noch auf dem Tisch, um potenzielle Investoren anzulocken. Geklappt hat es bekanntlich nicht.

Die Fan-Gemeinde um den Amiga wurde daraufhin immer dünner. Auch unsere kleine Gruppe schrumpfte – es gab immer weniger Möglichkeiten, sich mit anderen Gruppen zu organisieren. Lediglich sogenannte Computer Flohmärkte halfen dem Amiga Fan noch, an aktuelle Software und Hardware von diversen Drittanbietern zu kommen und sich mit anderen Fans zu treffen und auszutauschen. Zahlreiche Softwarehäuser und Verlage, sowie Dritthersteller, die dem Amiga nun endgültig den Rücken kehrten. Geschäfte, in denen es offizielle Amiga Produkte gab, waren zu diesem Zeitpunkt bereits praktisch obsolet. Eine sehr mühselige Zeit, die uns vor Augen führte, dass der Amiga von nun an nur noch ein Hobby sein wird.

1997 kam dann schlussendlich, was kommen musste – wieder einmal ging der aktuelle Rechtinhaber Escom Pleite und der einst größte Computer Händler weltweit – „Gateway 2000“ –  übernahm die komplette Amiga Sparte. Doch auch jene vermochten dem Amiga nicht in seiner ursprünglichen Form zurück in die reale Computerwelt zu helfen. Längst hatte der gemeine PC den Amiga in seinen Fähigkeiten überholt und niemand wollte mehr das Wagnis eingehen, einen komplett neuen Amiga zu entwickeln.

Die kleine Wuppertaler Gruppe existierte zwar noch immer, auch wenn der Amiga schon lange nicht mehr alleiniger (Computer-)Mittelpunkt war. Einige von uns hatten ihren Amiga sogar schon eingemottet, trafen sich nur noch um über „alte Zeiten“ zu plaudern, da kam ein Hoffnungsfunke von einer Seite, die so niemand ahnte – das Internet!